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Text: Martin Beet; Fotos: Martin Beet, Carasten Wulf, Unbekannt

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Kein Auto auf der Straße. Alles ist ruhig. Gedämpfte Stimmen, es wird erstmal wenig gesprochen, man hört nur das Surren der Kette. Rehe und Raubvögel gibt es zu sehen. Das ist das Schöne am Sternfahren. Wir hatten uns in Kirchlengern "hinterm" Teutoburger Wald angekündigt, um einen Vereinsbesuch im nächsten Jahr vorzubereiten. Mit dem Zug dorthin ist umständlich, und wir haben ja schließlich Rennräder... Zum Glück ist eigentlich immer jemand für derartigen Quatsch zu haben ;-), also haben Carsten und ich uns auf einem eben automagisch auf gpsies erzeugten Track auf dem Weg gemacht. Zunächst auf der "Standardstrecke" nach Sulingen, dann auf nicht immer offensichtlichen aber stets guten Wegen weiter Richtung Süden. Es läuft gut, lockerer 29er Schnitt. Kurz vor Rahden Halt beim Bäcker. Wir kommen nett ins Gespräch, selbst hier sagt man noch "Moin". Der Kaffee ist leider "zwischen" Carsten und mir alle, also dauert es etwas länger als gedacht, bis wir wieder auf den Rädern sitzen. Nach gut 20km fädeln wir uns bei Börninghausen in die letzten 20km der RTF "Zur schönen Aussicht" ein. Diese führt mit sparsamer aber noch ausreichender Beschilderung jetzt doch über einige Hügel nach Kirchlengern. In Kirchlengern hatte man uns tatsächlich erwartet ("Was - nur zu zweit? ;-)") - gut dass wir gefahren sind.

 

Die Infrastruktur bilderbuchmäßig, wir stärken uns am Kuchenbuffet und fachsimpeln mit dem 1. Vorsitzenden des RTC über Vereinsführung allgemein und RTFs im Besonderen. Über die netten Gespräche wird es viel zu spät, so dass wir jetzt insgesamt mehr als eine Stunde später als geplant wieder auf der Strecke sind. An der ersten Kontrollstelle harrt dankenswerterweise noch ein einzelner Helfer aus, um uns kurz zu versorgen, aber danach sind sowohl Beschilderung als auch Kontrollstellen abgebaut. Wir folgen der landschaftlich schönen, mit reichlich Höhenmetern und noch mehr Rollsplit gespickten Strecke, bis wir uns bei Bad Essen vom Track verabschieden und den Heimweg antreten. In Bohmte legen wir nach inzwischen 180km einen längst überfälligen Stopp beim Bäcker ein. Mit einem Biker kommen wir ins Gespräch über das in Bohmte umgesetzte shared space Konzept (https://de.wikipedia.org/wiki/Shared_Space_in_Bohmte).

Zunächst sorgen die verdrückten Kuchen und Kekse für Schub, aber allmählich machen sich die Höhenmeter, das hohe Anfangtempo und die begrenzten Stopps bemerkbar. In der von Mooren und geraden Straßen und sonst herzlich wenig geprägten Landschaft um Diepholz kämpfen wir uns gegen den stur von vorne wehenden Wind nach Norden. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir endlich wieder nach Sulingen. Hier versorgen wir uns mit Zucker+Koffein sowie Proteinen. Die heimatlichen Gefilde geben Auftrieb, wir wechseln uns an der Windkante ab. Bei Heiligenfelde gibt es sogar für ein paar Minuten Windschatten bei einem adretten Duo, dann sausen wir mit 50 nach Gödesdorf runter. Das Wetter hat gehalten, im Hellen kommen wir wieder bei mir zuhause an. Carsten hat am Ende die 3 vorne auf'm Tacho - Ziel erreicht. Fazit: es war mal wieder 'ne tolle Tour!