Die nächsten Termine  

22Aug
Di. 22. Aug. 2017 17:30 - 20:15
Training Hobby 26-28
23Aug
Mi. 23. Aug. 2017 19:30 - 21:30
Mitgliederversammlung des RSC Rot-Gold
24Aug
Do. 24. Aug. 2017 10:00 - 14:00
Seniorenausfahrt ü60
24Aug
Do. 24. Aug. 2017 17:30 - 20:00
Training Hobby +30 - nach individueller Absprache
29Aug
Di. 29. Aug. 2017 17:30 - 20:15
Training Hobby 26-28
31Aug
Do. 31. Aug. 2017 10:00 - 14:00
Seniorenausfahrt ü60
31Aug
Do. 31. Aug. 2017 17:30 - 20:00
Training Hobby +30 - nach individueller Absprache
3Sep
So. 3. Sep. 2017 10:20 - 16:00
MTB - Eiszeitliche Tour
5Sep
Di. 5. Sep. 2017 17:30 - 20:15
Training Hobby 26-28
7Sep
Do. 7. Sep. 2017 10:00 - 14:00
Seniorenausfahrt ü60
   

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1443 km, vom Stadtrand London in Loughton im Epping Forest, bis in die Vororte von Edinburgh führt die Strecke, die mit gut 11000 Hm auch signifikanten Kletteraufwand enthält. Der Anfang ist einigermaßen wellig, dann geht es über die flachen Lincolnshire Fens. Beidseitig der Humber (Bridge) liegen wiederum Wellen (Wolds), die richtung Westen in Yorkshire mehr oder weniger kurze heftige Stiche mit Steigungen um 20% aufweisen. Hinter Barnard Castle geht es stetig das Tees-Tal hinauf bis zum kaum als solchen wahrnehmbaren Gipfel Yad Moss, mitten auf den kargen, "vom Winde verwehten" Pennines. Danach folgt die Abfahrt nach Alston, das ob des Kopfsteinpflasters auf 20% Steigung berüchtigt ist. Durch das schöne Northumberland führt die Strecke dann wellig nach Brampton, von dort flach und eher (das einzige) langweilig um die A7 herum über Gretna Green (an der schottischen Grenze, früher Ziel durchgebrannter englischer Paare) nach Moffat. Von Moffat klettert man 10km lang zum Devil's Beeftub auf 425m, danach fährt man durch ein kaum besiedeltes Tal 30km mehr oder weniger bergab, bis man auf die recht viel befahrene Zufahrtsstraße A72 nach Edinburgh kommt. Auf dem Rückweg verlässt man sehr schnell die "normalen" Straßen, es geht durch schön abgelegene Täler mit einigen Anstiegen über Innerleithen und Eskdalemuir zurück nach Brampton in England. Von dort ist der Weg bis auf die Schlussetappe identisch zum Hinweg, allerdings hat man dann den tendenziell aus südlichen Richtungen wehenden Wind von vorn.

Schon die Anmeldung für LEL war ein Abenteuer. Außerhalb Großbritanniens wurden Startplätze in 3 Chargen teilweise mitten in der Nacht freigegeben. Letztendlich machen sich 1448 Starter aus 54 Ländern am Sonntag, 31.7. ab 5 Uhr morgens alle 15 Minuten gestaffelt auf den Weg. 2 Rot-Goldene sind dabei, Stefan und Martin.

Für Stefan und mich war es sicher die aufwändigste und spannendste Fahrt bisher, eine physisch, psychisch und landschaftlich herausfordernde Achterbahnfahrt, mit Schlafentzug, Verpflegungstellen ohne Verpflegung, Speichenbruch, Platten (3), Verlust der Navigation und 100km Schlussspurt, die Ihr bei Interesse im Detailbericht nachlesen könnt.

Als erster kommt nach 63h der 57-jährige Niederländer Anco de Jong ins Ziel (1h Schlaf!). Insgesamt schaffen es 811 (Stand 12.8.) Fahrer innerhalb der vorgegebenen Zeit, hinzu kommen noch einige Zig die - zum Teil Tage später - ganz bis London zurück fahren.

Trotzdem die Beteiligten (und Helfer) in mehrer Hinsicht an ihre Grenzen gehen, gibt es allenthalben wunderbare Geschichten von Durchhaltevermögen und Freundlichkeit.
Das fängt an bei Dave, am Bahnhof in Edinburgh, der abbrechende Teilnehmer in Empfang nimmt und sie betreut, bis sie sicher samt Rad im richtigen Zug sitzen. Drew Buck unterhalb Yad Moss mit seinem Campervan und Tee und Flapjacks. Oder das Pärchen, dass an einer Kontrolle vorbeiläuft und sich verwundert nach dem Event erkundigt, um dann spontan als Helfer einzusteigen und die ganze Nacht durchzuarbeiten. Überhaupt, Helfer, überall gut gelaunt und freundlich, gehen sie mit jedem manchmal nicht so entspannten Teilnehmer um, so wie dem Mann in Barnard Castle, der solche Krämpfe hat, dass er nicht allein aufstehen kann obwohl er dringend zum Klo muss. Oder der Koch in Spalding, der für jeden einen Witz und nette Bemerkung parat hat. Oder Lee, Mechaniker in Louth, der 3 Leuten gleichzeitig hilft. Viele Fahrer, die feststellen, dass sie die Zeit nicht schaffen, bleiben an einer Kontrollstelle, um zu helfen. Radclubs in Lincolnshire schhwärmen am Donnerstag aus, um gestrandeten Fahrern Windschatten beim Weg über die Fens zu bieten. Eric Larsen aus den USA bricht sein Schaltwerk; per geklemmten Bautenzug und Kabelbindern schafft er es, immerhin die oberen 5 Gänge noch zu schalten. Einem Fahrer bricht der Kurbelarm; er wird von einem Lastwagen aufgesammelt und zum nächsten Radladen gebracht, wo sie ihm 20 Pfund für die von ihm unterstützte gemeinnützige Organisation geben und ihn innerhalb von 20min wieder auf die Reise schicken. Jessica Fawcett, die sich bei Moffat das (nicht wechselbare) Schaltauge bricht und dann als Singlespeed mit einmaliger Kettenanpassung im Zeitlimit nach London zurückfährt. Fahrer, die 200km vor dem Ziel sind, längs außerhalb des Zeilimits, fragen per Facebook, wie sie mit "Shermer's neck" zurecht kommen können (Schwäche der Nackenmuskulatur), da sie sich ansonsten gut fühlen. Am besten gefällt mir die Story von dem Teilnehmer, der mit gebrochenem Rahmen vor Innerleithen am Rand sitzt und nicht weiter kann, als mit letzter Kraft ein anderer Teilnehmer kommt, der physisch fix und alle ist. Der ausgelaugte gibt dem anderen sein Rad, damit dieser weiter fahren kann und lässt sich mit dem kaputten Rad einsammeln.
Diese Geschichten und mehr kann man in der London Edinburgh London Facebook Gruppe nachlesen und staunen...

Stefan und ich wurden total super begleitet über Whatsapp. Unseren Lieben und insbesondere Volker, Holger und Aurelia, haben bei jedem Stopp auch mitten in der Nacht angespornt, getröstet, praktisch geholfen und aufgemuntert - das war so wertvoll, vielen Dank! Vor allem aber gebührt Stefan Respekt und Dank, der trotz aller Rückschläge so weit gefahren ist wie irgend möglich, und uns am Ende wieder sicher durch halb Europa geleitet hat!

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Fotos + Text: Mike Russow

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Die letzten zwei Sonntage wollten wir eigentlich die Steingräber Permanente vom RSC Stuhr mit unseren Verein fahren. Aber das Wetter war (gefühlte Wochen) ja nicht so toll für Rennradtouren. Da kam mir die Idee, in der Garage steht doch das MTB und wartet, bewegt zu werden. Eigentlich sollte es im Herbst wieder hervorgeholt werden, aber die Entscheidung war genau richtig, wie sich herausstellte. Also den PC an, Garmin Base Camp aktivieren und den Ordner MTB Touren öffnen. Aus dem Fundus eine Tour zusammenstellen, fertig. Eine spontane Mail in den Vereinsverteiler, mit der Nachricht, MTB statt Rennrad.
Am Bahnhof Burg war um 10 Uhr der Start. Es ging erst einmal zum Einrollen ein Stück an der Lesum entlang. Weil: MTB und Rennrad ist doch schon was anderes. Durch kleine Stichwege ging es dann ein kurzes Stück durch den Knoops Park. Rüber zum Park Friedehorst und weiter zum Schloss Schönebeck. Bis dorthin sah ich schon lecker aus. Vom Schloss aus ging es weiter auf dem Thüringer Weg zum Herrenhaus Hohehorst. Schade, dass die prächtige Parkanlage so verwildert. An den Heidhofer Teichen entlang führte der Weg durch das Garlstedter Moor zum Forst Düngel. In Meyenburg war dann nach 32 Kilometern eine Teepause angesagt. Nur schade, dass ich eine Stunde zu früh ankam. Das Café öffnete erst um 13 Uhr. Aber die netten Damen hatten ein gutes Herz und ich wurde sehr nett bedient. Aber mit der Bitte, mich doch bitte im vorderen Teil des Cafés zu setzen. Ich vermute mal weil ich „etwas“ matschig aussah. Vielen Dank für die spontane Bewirtung. Gestärkt ging es weiter durch das Schwarze/Weiße Moor auf kleinen Stichwegen, durch Schwanewede, über den Truppenübungsplatz Schwanewede, zum Bahnhof Farge. Am Ende zeigte das Navi 49 Kilometer und 550 Höhenmeter an.
Ab Farge ging es mit der Nord-West Bahn zurück. Es war eine abwechslungsreiche und kurzweilige Tour mit anspruchsvollen Wegen, mit unterschiedlichen Eindrücken und Landschaften. Wenn es geregnet hatte, war ich gerade im Wald unterwegs. Von den ca. zehn Kilometern auf den ruhigen Nebenstraßen kann man mindestens vier neben der Straße auf dem Seitenstreifen fahren. Man muss nur kreativ und flexibel sein. Schade, dass ich alleine unterwegs war. War wohl zu spontan oder der MTB Modus ist noch nicht aktiviert. Mir kam dann die Idee: Warum nicht jeden ersten Sonntag im Monat eine MTB Tour zu fahren? Nähere Informationen zu den Sonntagstouren folgen noch. Und der Nebeneffekt ist, man kommt in Übung für unsere CTF Veranstaltungen. Cross On am 8.Oktober und den CTF Marathon am 22. Oktober.
Ein Wort zum Schluss. Wenn man mit dem MTB in der Natur unterwegs ist, was ja auch in Ordnung ist und Spaß macht, nehmt bitte Rücksicht auf Mensch, Tier und Eigentum. Das Tempo einfach runter und etwas zur Seite. Entschärft die Situation und mit einem netten „Moin“ gehts weiter. Zählt übrigens auch fürs Rennrad.
Viel Spaß beim Biken

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Jubi Logo38 Rscler machten sich am Freitag mit dem Auto, Zug oder Rad auf den Weg zur Wisoak Tagungsstätte in Bad Zwischenahn.
Das Regenradar hatte schon früh erkennen lassen, dass es ergiebige Regenfälle geben würde und damit auch die Radgruppe deutlich reduziert. Es starteten 2 Unverdrossene bei strömendem Regen von Habenhausen in Richtung Lemwerder, um dort den einzigen wetterfesten Nordbremer an der Fähre aufzulesen und die letzten 50km gemeinsam dem Zielort entgegen zu strampeln.
Wie auch immer angereist fanden sich dann alle pünktlich um 19:00 Uhr zur Begrüßung ein und nach einigen organisatorischen Hinweisen wurde das Buffet eröffnet. Bei jetzt prächtigem Wetter wurden die ersten Anekdoten der vergangenen Jahrzehnte erzählt und die möglichen Routen des nächsten Tages besprochen.
Am Samstag standen dann 20 Radler um 09.30 am Start, um gemeinsam in Richtung Jadebusen nach Dangast zu fahren. Eine andere Gruppe wollte um den See herumwandern.
Nach knapp 2 Std. erreichten die Radler ihr Zwischenziel in Dangast und genossen Watt, Sonne, Kaffee und Kuchen.
Für den Rückweg teilte sich die Gruppe in ein Plauschteam, das direkt wieder nach BZ zurückfuhr und einer Speedgruppe, die erst entlang des Deiches und dann in einer größeren Schleife eine 120km Runde fuhr.
Rechtzeitig zur Kaffeezeit waren alle zufrieden wieder zurück und nutzten die Zeit bis zum abendlichen Jubi-Essen zum Klönen.
Das abendliche Jubiläumsessen fand im Restaurant “Juister“ des direkt am See gelegenen Zwischenahner Yachtclubs statt, von dessen Terrasse man einen malerischen Blick über den See hatte.
DSCN4840DSCN4842Nach den Begrüßungsworten unseres 1. Vorsitzenden wurde das Buffet eröffnet und das Jubi-Bierfass angestochen.
Als alle schon gut gesättigt sich dem abschließenden Kaffee zuwendeten, wurden Sie vom Vorstand noch auf eine Zeitreise in die letzte Dekade mitgenommen. 10 Jahre in einem Zeitraffer von 60 Minuten, ließen die Anwesenden in gemeinsamen Erinnerungen schwelgen und deutlich werden, dass unsere Clubmitglieder über die gemeinsame Leidenschaft am Radsport hinaus, mehr verbindet und wir diese Werte bewahren sollten.
Mit einem Gläschen in der Hand erlebten wir bei anregenden Gesprächen und einem wunderbaren Sonnenuntergang harmonische Stunden.

indexBereits zum sechsten Mal fand in diesem Jahr der Fleche Allemagne statt: die große Sternfahrt der Randonneure zur Wartburg in Eisenach. Mit mehreren hundert Teilnehmern ist dies die größte Veranstaltung für die deutschen Randonneure. 2017 wollten wir vom RSC ROT GOLD mit 2 Teams starten; mein Team, RSC ROT GOLD2, bestand aus Anna, Volker, Hartmut und mir. Team1: Maddin, Stefan und ein Gastfahrer.
Ich weiß nicht mehr wo die Idee geboren wurde das zu machen, ist jetzt auch egal. Also, Strecke planen, schon nicht ganz so einfach, man will ja nicht 5.000 Hm haben, 3.000 Hm reichen schon, Team ?? Nicht mehr als 5 nicht weniger als 3; da muss man schon genau planen auf was und wen man sich einläßt. Mein Team war für mich klasse, schon nach wenigen Kilometern nur sehr gute Stimmung. Der erste Kaffee-Test in Hodenhagen. Nach einer genauen Route haben wir alle Kontrollpunkte abgefahren bis wir so um 22:00 in Osterode waren; hier haben wir ein Zimmer in einer Jugendherberge gebucht; man konnte duschen, die Akkus aufladen und es gab Käsebrot zum Abendessen, natürlich selbst geschmiert. Leider ist jede Pause mal zuende, darum heißt es ja auch Pause, so um 0:30 hieß es alle aufs Rad , es mußte ja weitergehen. Wir waren alle etwas geschockt, alle Garmins zeigten MINUS 5° und es war sehr feucht geworden. Hatten wir bisher mit dem Wetter viel Glück gehabt war es jetzt vorbei mit der Fröhlichkeit. Aber nur ganz kurz, dann war die positive Einstellung wieder da; eine Nachtfahrt durch den Harz und seinen Dörfern macht man nicht jeden Tag. Also versuche ich das ganze positiv aufzunehmen, Volker hatte sowieso immer eine positive Stimmung, also weiter. Ein Wildschwein ließ uns ungehindert passieren, nettes Schwein. So langsam hatte ich mich an die Schatten, die immer um mich herum waren gewöhnt bis meine Lampe ausging; also Reserve holen. Wer hatte die ?? - natürlich Volker. Der Sonnenaufgang, endlich und sehr schön, nur geniessen konnte ich ihn nicht. Meine Leistung ging dramatisch in den Keller, so als ob der Stecker raus ist. Die Kilometer zogen sich jetzt richtig lang hin; ich glaube selbst mit einem Rollator hätte man mich überholt. Aber das Team hat gesiegt, ich wurde mitgezogen, und dafür danke an mein Team. Ich glaub', jetzt habe ich genug geschrieben. Man könnte noch viel mehr schreiben. Aber wer soll das alles lesen? Die Zeit ?? Wir waren 19 Stunden auf dem Rad.

Mit sportlichen Grüßen, Günter Becker

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Geschafft! So unterschiedlich wie unsere Vorbereitung, aber letztendlich gemeinsam, sind wir auf der Wartburg angekommen!

Aber der Reihe nach: erstaunlicherweise hatten sich Anfang des Jahres sogar genug Interessenten für 2 Teams gefunden, die zum ersten Mal an der Sternfahrt der Langsteckenfahrer in Deutschland teilnehmen wollten. Bei der "Fleche Allemagne" geht es darum, in Teams von 3-5 Fahrern auf einer selbstgewählten, mindestens 360km langen Strecke innerhalb von 24h zur Mitte Deutschlands auf die Wartburg nach Eisenach zu fahren.

Nachdem sich die Konstellationen aufgrund von Verletzungen, Krankheit und Terminüberschneidungen mehrfach geändert hatten, stehen wir dann also zu siebt am 29. April an dem Startpunkt unserer Permanenten bei McDonalds in Habenhausen. Volker ist topp-vorbereitet, alles ist abtelefoniert und organisiert, 2/3 der Strecke sogar kurzfristig noch abgefahren. Er fährt mit Aurelia, Günter und Hartmut über Hodenhagen, Celle, Salzgitter nach Osterode, dann über Duderstadt, Mühlhausen und Bad Langensalza nach Eisenach. Wir blicken mit gemischten Gefühlen auf unsere geplante Strecke; fast alle sind oder waren gesundheitlich irgendwie angeschlagen, Carsten muss ganz passen. Unsere Route soll über Stolzenau nach Rinteln, dann der Weser entlang nach Beverungen und schließlich über Hannoversch-Münden und Eschwege nach Eisenach führen. Nach einigen Diskussionen im Vorfeld wollen wir versuchen, uns in Mühlhausen zu treffen, um die letzten km gemeinsam zu fahren. Dadurch bekommt unsere Strecke am Ende einen nicht nur "bildlichen" Haken - s.u. ;-).

Also, Samstagmorgen, 9 Uhr; ganz toll: Gabi und Holger kommen als Verabschiedungskommittee, mit Rosinenbrötchen. Schnell noch die Rahmenschilder am Rad befestigt, und den Startstempel abgeholt - zum Glück haben wir mit Christophe einen waschechten Franzosen dabei, der die Anweisungen im ganz offiziell von Audax Club Parisien - natürlich nur auf Französisch ;-) - herausgegebenen Logbuch übersetzen kann.

Die ersten km auf dem Deich rollen wir noch zusammen, in Dreye trennen sich unsere Wege. Nach den ständig wechselnden Vorhersagen haben wir Glück mit dem Wetter - es ist kühl aber trocken, leichter Wind aus Westen. Wir rollen locker auf der Trainingsstrecke Richtung Süden. Bei Okel freudiges Hallo! - die Gruppe vom RCB um Willi fährt auf uns auf! Wir rollen bis Wachendorf ein paar km zusammen, dann geht es für uns über Süstedt und Engeln auf unsere Brevetstrecke. Dieser erste Abschnitt ist ruhig und flach, grüne Wiesen, gelbe Rapsfelder, blauer Himmel und weiße Wolken, kaum befahrene Straßen - Radfahrerglück! Einzig, wenn wir mal nach SW eindrehen "stört" der Wind etwas. Planmäßig sind wir vor 12 an unserem ersten Kontrollpunkt in Stolzenau. Es geht weiter Richtung Süden, durch Loccum, dann Wiedensahl, den Geburtsort von Wilhelm Busch. Stadthagen lassen wir "links liegen" und kommen dann nach einem kurzen Stück auf der B83 (durften wir da überhaupt fahren?) endlich "richtig" an die Weser. Jetzt geht es erstmal auf dem Weserradweg weiter, der ja wirklich über ganz weite Strecken hervorragend ausgebaut ist. Zweiter Stopp ist Sannes Kaffeestuuv in Tündern. Sannes ist nicht ganz billig, aber sehr urig, freundlich, es gibt große Kaffeetassen und super leckere Torten... so lecker, dass Stefan und ich gleich doppelt zugreifen :-).

Gestärkt geht es flüssig weiter, bald sieht man auch die Kühltürme des AKW Grohnde nicht mehr. Es geht weiter mit den Weserschleifen, an einigen schönen Campingplätzen vorbei, immer flach an der Weser entlang. Die kurze Klettereinlage bei Heinsen ist eine fast schon willkomene Abwechselung. Auf der Strecke liegen hier einige stillgelegte aber immer noch beeindruckenden Eisenbahnbrücken und Werkshallen. Unsere 2te Kontrollstelle liegt an der Weserbrücke in Höxter. Auf der anderen Weserseite werden wir deutlich schneller; vielleicht ist es aber auch die Aussicht auf das Abendessen, die uns zügig mit deutlich über 30km/h nach Beverungen fliegen lässt. In der Pizzeria "Zur Post" waren wir angekündigt. Das Ambiente ist "rustikal", die Bedienung nett und zuvorkommend, die Pizza lecker und günstig.

Wir waren schon mit ca 45min Verzögerung angekommen; als wir los wollen ist es dämmerig. Die Vorbereitung von Beleuchtung/Bekleidung und ein letzter Einkaufsstopp "fressen" zusätzlich Zeit, so dass es halb 10 und richtig dunkel ist, als wir endlich wieder "richtig" auf dem Rad sitzen; es ist nun mühsam, den schmalen Wegen des Radwegs zu folgen, so dass wir ab Bad Karlshafen erstmal auf der Hauptstraße bleiben. Zum Glück ist wenig Verkehr, und es rollt recht gut. Die Luft ist klar, ein Reh kommt durchs Unterholz und quert vor uns die Straße. Die Sinne sind geschärft. Es wird kühl, die Temperaturen gehen gehen 0. In Gieselwerder kreuzen wir wieder die Weser, um auf der Land- statt der Bundesstraße weiter nach Hann-Münden zu fahren. Hier ist das Gelände deutlich wellig, was eigentlich eine ganz schöne Abwechselung ist, aber während es im Flachen noch ganz gut lief, machen sich das fehlende Training und die nicht auskurierte Grippe zunehmend bemerkbar. Trotzdem sind wir noch ganz guter Dinge, als wir in Hann-Münden ankommen; das ändert sich ein bisschen, als wir feststellen, dass der Bahnhof quasi ausgestorben ist, und "die" offensichtliche Tankstelle nur einen Nachtschalter hat, dessen "Betreiberin" sich auch nicht erweichen lässt, uns zum Aufwärmen reinzulassen. Immerhin bekommen wir Kaffee und Heiße Schokolade.

Gegen halb 1 geht es nun weiter. Rückblickend kann man wohl sagen, dass es ungünstig ist, das vom Terrain anspruchsvollste Stück mitten in die Nacht zu legen, auch wenn man dann kaum den Haupt- und /Bundesstraßen fernbleiben kann. Naja, jedenfalls geht es dann hinter Witzenhausen hoch. Hier wird die Fleche dann zur echten Herausforderung - Steigungen mit zweistelligen Prozentwerten, es ist stockfinster und mucksmäuschen still, die Temperaturen liegen nun deutlich unter 0. Das ist gleichzeitig auch schön - es gibt es hier kaum Orte, der Sternenhimmel ist grandios, überall raschelt es im Unterholz. Ansonsten ist es absolut ruhig, abgesehen von unserer schweren Atmung und den Geräuschen vom Wiegetritt. Wir kommen durch mittelalterliche Orte, die sicher auch mal einen Besuch bei Tageslicht wert wären. Es geht weiter auf und ab, Stefan geht bis an die Grenze der Erschöpfung. Dann endlich die letzte rasende Abfahrt nach Eschwege. Es ist bitterkalt. Das geschwungene M hat wohl bei keinem von uns vorher je solche Freude ausgelöst. Müde, kaputt und kalt kommen wir an. Drinnen hat selbst das Licht eine "warme" Qualität, und die junge Dame in der McCafe-Ecke ist total nett, ruhig und entspannt. Stempeln, Kaffee, Wasser, Kuchen, kleckerweise, alles kein Problem. Wir sind zwar die erste aber bei weitem nicht die einzige Gruppe, die sich den McDonalds in Eschwege ausgeguckt hat: nach und nach kommen Gruppen aus der Nähe von Münster, aus Dortmund, aus Osnabrück. Als wir uns nach einer Stunde als erste wieder aufrappeln, sitzen und liegen bestimmt 15 Radfahrer in verschiedenen Ecken.

Im Gegensatz zu den anderen, die jetzt nur noch gut 2h vor sich haben, wollen wir ja spätestens um 6 in Mühlhausen auf das andere Team treffen, also los... Unser Track würde die Bundestraße wieder meiden, aber ein Hinweisschild in Eschwege führt uns auf eine Route auf der Landstraße nach Wanfried und dann die Bundesstraße nach Mühlhausen, die verspricht, einfacher zu sein. Ha! ich jedenfalls hatte von den "Wanfrieder Werrahöhen" vorher nicht gehört, von deren "steilen West- und Südhängen" Wikipedia spricht. Eben diese Rampe müssen wir von Südwesten hoch, und nun geht es endgültig ans Eingemachte für Stefan. Falls das Treffen mit Team 2 nicht gezogen hätte, wäre sein Rad wohl im Wald gelandet. Es ist immer noch sehr kalt. Eine langgezogene Steigung nach der anderen gilt es zu erklimmen. Als Sahnehäubchen ist die B249 auf mehrere km gefräst, so dass es hier nicht mal mehr richtig rollt.
Volker hat sein Team, das auch teilweise zu kämpfen hatte, richtig pünktlich nach Mühlhausen dirigiert, und ich rechne schon damit, dass wir sie verpassen, da sind wir in Eigenrieden, und von dort donnern wir mit 50 hinunter nach Mühlhausen! Wahnsinn! Wer kann, juchzt, schneller und schneller, links, rechts, jetzt sind auch Ampeln kurz mal dunkelgelb; quasi mit quietschenden Reifen kommen wir um viertel nach 6 - 15min zu spät - bei der Total-Tankstelle in Mühlhausen zu stehen - es hat geklappt, allgemeines Schulterklopfen und Hallo!

Jetzt kann ja nichts mehr passieren! Im schönen Rot-Gold Tross rollen wir Richtung Süden. Es ist leicht wellig, auf den Kuppen kann man kilometerweit über die sonnengeflutete Ebene schauen, nur leider kommt von der Wärme nichts unten an - es sind immer noch max 2°! In Bad Langensalza "verpassen" wir das schöne Zentrum aber nicht das drumrumgelegte Kopfsteinplaster und steuern die letzte Kontrolle an. Auch hier hatte Volker angerufen, und wir werden herzlich empfangen. St Pauli ist auch "da", und es wird natürlich kurz über Fussball gefrotzelt.

Auf der letzten Etappe geht es dann über die Ausläufer des Hainich, und das ist dann nach 23h bzw knapp 400km nicht mehr ganz so einfach. Trotzdem wir auf der Bundesstraße sind, hält sich der Verkehr in Grenzen. Allerdings sehen wir auch keine anderen Radfahrer, so dass das Gefühl, Teil einer großen Sternbewegung zu sein, nicht so richtig aufkommen will - vielleicht sind wir aber auch einfach zu spät dran. Die letzten Steigungen fordern gerade den länger verletzten bzw kranken alles ab, dann verpassen wir sogar die erste Abfahrt und "erkaufen" uns eine zusätzliche Steigung! Erst in der Wartburgallee in Eisenach treffen wir wieder auf andere Radsportler, und dann ordentlich. Von wegen, "der Parkplatz ist unten"... schön nochmal mit 12, 13% zur Wartburg rauf, auf der Ziel"rampe" (von "-Geraden" kann man nicht wirklich sprechen ;-) ) holen wir sogar den einen oder anderen noch ein. Dann sind wir oben, zusammen geht es über die Ziellline, wo sich ein gewisser Antiklimax einstellt, denn relativ unspektakulär am Wegesrand werden von Volker und mir die Kontrollkarten unserer Teams eingesammelt und die Medallien ausgegeben. So schnell kann ich die verschiedenen Trikots gar nicht greifen; ich erkenne jemanden aus dem McDonalds in Eschwege wieder, während wir warten, kommt eine Gruppe, die in Österreich gestartet ist!

Duschen und Essen sind quer über Eisenach verteilt. Am Stadion wartet Robert schon; toll, dass er sich bereit erklärt hat, Günters Transporter zu fahren, so dass die meisten von uns recht komfortabel wieder nach Hause kommen. Insa ist ja schon die ganze Zeit als gute Seele und Transportchefin dabei, auch dafür ganz herzlichen Dank! Christophe und ich kommen mit dem Schönen-Wochenend-Ticket zurück; weswegen wir uns beim Essen beeilen müssen. Von der Fahrt bekomme ich nichts mit, der Ebook-Reader, den ich eingepackt hatte, bleibt ungenutzt im Rucksack.

Am Ende sind Christophe, Stefan und ich 423km und gut 3000 HM in 17:24 netto gefahren, Volker, Aurelia, Hartmut und Günter ~390km.
Was bleibt? Dass wir mit dem Wetter eigentlich wieder total Glück hatten, aber dass mehrere Stunden bei -5 auch ganz schön zehren (offenbar mussten einige Teams sogar aufgeben). Dass dankenswerterweise alle wohbehalten angekommen sind. Die Erkenntnis, dass man 400km eben doch nicht unvorbereitet "abreißen" kann. Dass man nie genug Ersatz-Stecklichter dabei hat. Dass Stefan wieder einmal den Spruch "100km mehr geht immer" belegen konnte (bzw "400km"). Und immer wieder die Frage nach dem Warum?
Warum nicht? - wir sehen uns auf dem Rad!!

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Text+Fotos: Axel Vette

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Wie gemalt war das Wetter, als wir uns am Sonnabend, 1. April vor dem Mac Donald's in Habenhausen trafen. 16 Personen waren dem Aufruf zur Saisoneröffnung des RSC Rot-Gold gefolgt, und nachdem Holger noch einige warme Worte an die Radler gerichtet hatte, ging es bei milden Temperaturen und mäßigem Wind hinein in die Radsaison ...
Zu Beginn verlief die Strecke entlang der Fünf-Hügel-Permamente, doch nach Heiligenfelde schlängelte sich der Track auf kleinen Wirtschaftswegen durch die hügelige, frühlingshaft blühende Landschaft Richtung Bassum.
Auch eine Panne konnte der frohen Laune keinen Abbruch tun: Manis Sattelstützbolzen war gebrochen. Doch konnte die Tanke um die Ecke mit einer robusten Schraube aushelfen.
Bei einem Bäcker in Bassum machten wir einen Kaffee- und Kuchenstopp, und danach ging es mit flottem Tempo und Rückenwind zurück nach Bremen, wo die Tour im Vereinsheim "Ahoi" beim Oberweser Segelverein bei einem zünftigen Hefeweizen und nahrhafter Hausmannskost einen gemütlichen Ausklang fand.
Ich freue mich auf die Radsportsaison 2017!

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