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P1040735Erst hatte ich kein Glück, und dann kam noch Pech dazu.

Die Wettervorhersage für den Tag waren äußerst bescheiden. Das sollte sich leider bestätigen.
Kurzfristig hatte ich mit meinem Vereinskameraden Martin verabredet, die bergige RTF “Roter Fuchs”, nahe Hildesheim, zusammen zu fahren. Das sollte sich relativieren.
Der Track auf meinem Fahrrdnavi würde mir den richtigen Weg zeigen. Das sollte sich nicht bestätigen.
Schon vor Beginn blies ein heftiger Wind mit bis zu Windstärke sechs Beaufort aus südlicher Richtung. Dunkle Regenwolken bedeckten den Himmel und unangenehme Regenschauer prasselten auf die Rennradkleidung. Nach dem Start führte die Strecke bergauf, der Wind blies mir direkt ins Gesicht und der Puls stieg unvermittelt in den roten Bereich.

Die Taktik, unverzüglich den Kontakt zu einer schnellen Gruppe Radfahrer zu suchen, um dann kraftsparend im Windschatten zu bleiben, ging für mich nicht auf. Während Martin schnell in einem Pulk von Rennradfahrern verschwand, hechelte ich alleine hinterher, und musste nach kurzer Zeit feststellen, dass ich den Anschluss nicht schaffen würde. Zwar ließ sich mein Vereinskollege immer wieder zurückfallen, um mich wieder an Gruppe heranzufahren. Doch letztlich schlug der Versuch fehl.
An der ersten Kontrollstelle, oben auf dem Berg, kam mir Martin kauenderweise, freudestrahlend entgegen und meinte, dass es Lachshäppchen gäbe. Ich, noch ziemlich platt vom kräftezehrenden Anstieg, hielt diese Aussage für einen Spaß. Doch dann sah ich die netten Speisen: Lachsbrötchen, Frikadellen, Rosinenscheiben mit Marmalade, und noch einiges mehr. Da freute ich mich auf die nächsten Kontrollstellen. Aber das relativierte sich ebenfalls im Verlauf der Strecke.
Mir war klar, dass ich nicht weiter vesuchen sollte, der schnellen Gruppe zu folgen. Stattdessen trennte ich mich von Martin; so konnten wir unser eigenes Tempo fahren. Na ja, irgendwie ist Rennradfahren doch ein Individualsport.
Bei weiterhin pustigem Gegenwind begab ich mich auf die weitere, landschaftlich herrliche und mit mehreren starken Anstiegen gespickte Strecke. Die Vorfreude auf die Verpflegung bei den nächsten Kontrollstellen wurde jäh gedämpft, denn die vielen Vorausfahrenden hatten die Essensplatten abgegrast, und es blieben nur einige Scheiben Graubrot mit Butter, Bananenstücke und klares Leitungswasser.
Immerhin fuhr ich bald gen Norden, so dass der Wind wenigstens nich mehr von Vorne kam, und zum Ende der Tour flog ich mit dem Wind im Rücken zum Ziel. Dachte ich!
Leider führte der letzte Steckenabschnitt auf eine Bundestraße, auf der die schnellen Autos an einem vorbei sausten. Zum Glück waren am Wochenende nur wenig LKWs unterwegs. Der Track auf dem Fahrradnavi hatte mir schon fälschlicherweise das Streckenende angezeigt. Immerhin leiteten die kleinen, grünen Pfeile am Straßenrand in die richtige Fahrtrichtung. Noch!
Unmittelbar nachdem ich meinen Stempel abgeholt hatte und die spärlichen Essensreste verputzt hatte, wurden die Kontrollstellen geschlossen. Ich war der letzte Teilnehmer an diesem Tag, und so beeilte ich mich zum Ziel zu kommen, was mit Rückenwind auch flott ging. Fast!
Irgendwann waren die kleinen grünen Zeichen am Fahrbahnrand verschwunden und ich bemerkte, dass das Ziel etwas aus der Reichweite gelangt war. Also lies ich mein Navi die Strecke dorthin suchen und folgte der vorgegebenen Route. Eigentlich eine clevere Idee! Diese führte mich nach einer Weile auf kleine Wege und schließlich auf ungeteerte, steinige Feldwege, die mit dem Rennrad nicht nicht zu bewältigen waren. Was nun? Erst einmal musste ich zurück auf rennradtaugliche Straßen gelangen und änderte die Einstellungen auf dem Hilfsgerät. Danach informierte ich Martin, er solle den Veranstaltern mitteilen, dass ich später kommen und die letzte Kontrollstelle nicht mehr ansteuern würde (eigentlich war die Kommunikation noch komlizierter).
Wenigstens schien die Sonne, als ich schließlich im Ziel eintrudelte, wo die Helfer schon Tische und Stühle abbauten. Martin war schon lange weg! Eine ältere Dame drückte mir meine Wertungskarte in die Hand und meinte: “Ach, Du bist der Bremer, auf den wir gewartet haben ...”

Es passte ins Bild, dass ich in Hannover den nächsten Zug zurück nach Bremen knapp verpasste und nochmals eine Stunde warten musste ...